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Geplante Änderungen im Jagdrecht - CDU und Jägerschaft im Dialog
Vom: 26.02.2015


Betroffen ist der gesamte ländliche Raum

Die geplanten Änderungen im NRW-Jagdrecht haben nicht nur für Jäger Folgen. „Betroffen ist der gesamte ländliche Raum“, stellte Hartwig Fischer, Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), jetzt in Detmold fest. Mit Dr. Hermann Hallermann, Vizepräsident des Landesjagdverbandes NRW und dem Vorstand der Kreisjägerschaft Lippe (KJS) mit derem Vorsitzenden Dirk Reese war er der Einladung von CDU-Kreistagsfraktionschef Andreas Kasper zum Austausch über das neue Jagdgesetz gefolgt.

Jagdrecht Masannek

Quo vadis Jagdrecht? Darüber diskutierten die CDU und die lippische Jägerschaft.

„Wir teilen die Kritik und die Argumente der Jäger“, zog Lippes CDU-Vorsitzende Kerstin Vieregge das Fazit für ihre Partei aus dem Treffen. Ausführlich legten die Jäger ihre Punkte in der Runde, der auch Landrat Friedel Heuwinkel und Kreisjagdberater Wilhelm Meier angehörten, dar; so etwa die beabsichtigte Wiedereinführung der Jagdsteuer. Im Gegenzug zu ihrer Abschaffung vor einigen Jahren sei mit den Jägern unter anderem vereinbart worden, dass sie die sachgerechte Entsorgung von Unfallwild übernehmen, um so die Kommunen zu entlasten. „Die Jäger haben ihre Zusagen stets erfüllt. Nun müssen sie auf Einhaltung der Vereinbarung vertrauen können“, forderte Kasper und betonte, dass Heuwinkel gemeinsam mit vier weiteren OWL-Landräten die Wiedereinführung der Steuer bereits schriftlich gegenüber Umweltminister Remmel abgelehnt hat.

DJV-Präsident Fischer dankte für diese klare Positionierung aus OWL: „Wir sind froh, die Landräte an unserer Seite zu wissen.“ Auch seitens des Kreises stellte Heuwinkel Hilfe bei der Umsetzung des neuen Jagdrechts in Aussicht. „Die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung ist sehr gut“, sagte Kasper und begrüßte, dass, wo immer zusätzlich Bürokratie geschaffen werde, gleichzeitig auch versucht werde, die Jäger zu entlasten. Aber: „Das Land macht das Gesetz und muss dafür die Verantwortung tragen“, ergänzte er.

Für den ländlichen Raum habe die Jagd große Bedeutung, stimmten die CDU-Politiker den Jägern zu. Sie sichere Artenschutz und -vielfalt und leiste einen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität. „Alle jagdbaren Tierarten unterliegen gleichzeitig der gesetzlichen Hegeverpflichtung durch die Jäger. Konkret heißt das, dass die Jäger ihre Hege intensivieren, wenn sich ein Wildbestand aus eigener Kraft nicht erholen kann. So geschieht es in lippischen Revieren derzeit für die Hasen“, erläuterte Reese. Nach dem Gesetzentwurf sollen etliche der derzeit jagdbaren Arten aus der Liste der bejagbaren Arten gestrichen werden.

Auch die flächenmäßige Einschränkung der Jagd kritisieren die Jäger: „Es geht zu Lasten von Landwirtschaft und Grundeigentümern.“ Folgen seien zum Beispiel Wildschäden, deren Regulierung unlösbar werde, oder erschwerte Tierseuchenprävention. „Dies belastet den ländlichen Raum und die Menschen, die hier leben“, machten Fischer, Hallermann und Reese klar. „Als Jäger sind wir in der Mitte der Gesellschaft und dort wollen wir bleiben“, waren sie einig mit den weiteren Teilnehmern der Runde, zu denen die stellvertretende KJS-Vorsitzende Klaudia Hugenberg, KJS-Geschäftsführer Gero Splettstößer, Bundestagsabgeordneter Cajus Caesar und CDU-Kreistagsmitglied Sabine Reinecke-Erke zählten.

 

 

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