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CDU Detmold besichtigt die Kreispolizeibehörde in Detmold
Vom: 16.04.2015

Im Herzstück der Polizei

Notruf 110 – immer erreichbar für schnelle Hilfe. Aber wer steht dahinter? Wie wird die 24 Stunden-Bereitschaft an 365 Tagen im Jahr realisiert? Wie sieht der Alltag der Polizei aus? Und was erwartet diejenigen, die auf der anderen Seite von Recht und Gesetz stehen? Rund dreißig CDU Detmold-Mitglieder hatten jetzt die Gelegenheit, sich ein Bild von den Aufgaben und der Organisation der Polizei Lippe zu machen. Auf ihrem Besuch in der Kreispolizeibehörde an der Bielefelder Straße in Detmold wurden sie von Polizeihauptkommissar Lars Ridderbusch (45), seit 1987 Polizist, begleitet.

Sundhoff und Fasse Kreispolizeibesuch
Mit rund dreißig Besuchern war die CDU Detmold zu Besuch im Herzstück der Polizei Lippe. Auf dem Foto Friedrich Sundhoff (li., CDU Detmold Stadtverbandsvorsitzender) und Marc Fasse (re., CDU Detmold, Beisitzer Stadtverbandsvorstand) mit Polizeihauptkommissar Lars Ridderbusch (Mitte)

Im Vortragsraum der Kreispolizeibehörde blieb kein Stuhl mehr frei. So groß war das Interesse der CDU Mitglieder an der Polizeiarbeit. Kaum dass Ridderbusch begonnen hatte, über den Aufbau der Polizeiarbeit in NRW mit 47 Kreispolizeibehörden, davon 18 Präsidien und 29 Landratsbehörden à la Detmold zu referieren, kamen bereits die ersten Fragen der Mitglieder, auf die Ridderbusch erfreut und ausführlich einging. Wie viele Fahrzeuge gibt es in Lippe? Die Antwort: „Es sind zwischen zehn und dreizehn Streifenwagen ständig im Einsatz“. Personell ausgestattet ist die Polizei Lippe mit 380 Polizeibeamten plus zusätzlichen 50 Beschäftigten.

Mit den Polizeibeamten, verteilt auf fünf Wachstationen in Lemgo, Lage, Blomberg, Detmold und Bad Salzuflen, überwacht die Polizei Lippe in der sogenannten „Direktion V“ -Verkehr- nach Informationen von Lars Ridderbusch 270.000 Fahrzeuge auf rund 4.000 Straßenkilometern. „Fünf Wachstandorte - das ist ein hoher personeller Aufwand unter dem Gesichtspunkt der Bürgerorientierung, den wir uns leisten und der für kurze Einsatzreaktionszeiten sorgt. Es ist aus meiner Sicht auch wichtig, dass wir das in Lippe in der Form behalten“, erklärt Ridderbusch, der in Beantwortung der Frage eines CDU Mitglieds erklären musste, dass Schlüsselzuweisungen für Beamtenstärken unter anderem nach der Kriminalitäts- und der Verkehrsunfallstatistik erfolgen. Drei weitere Direktionen mit Schwerpunkt „Zentrale Aufgaben“, zu denen auch Aus- und Weiterbildung gehört, „GE - Gefahrenabwehr und Einsatz“  für alles „was uniformiert ist“, so Ridderbusch, plus angeschlossenem Einsatztrupp in zivil plus Diensthundeführer sowie die Direktion „K“ für Kriminalität mit einer Tatort- und Fahndungsgruppe komplettieren die Organisationsstruktur.

Dass es bei der Polizei nicht an Nachwuchskräften mangelt, konnte Lars Ridderbusch bestätigen. „Aus Lippe kommen regelmäßig ausgesprochen viele Bewerber“, erklärte er und zählte die Zugangsvoraussetzungen für den Beruf des Polizeibeamten auf: Abitur oder Fachhochschulreife oder alternativ abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender dreijähriger Berufserfahrung, Führerschein der Klasse B, das Deutsche Lebensrettungsschwimmer-Abzeichen in Bronze, das Deutsche Sportabzeichen sowie ein polizeiliches Führungszeugnis. Bewerberinnen müssen eine Mindestgröße von 1,63 Metern haben. Männer müssen mindestens 1,68 Meter groß sein. Bei dem Auswahlverfahren findet neben einem Test über die Allgemeinbildung auch eine ärztliche Untersuchung auf Polizeidienstfähigkeit statt.

Rund dreißig Prozent der Bewerber um eine Ausbildung bei der Polizei waren in 2012 übrigens Frauen – „was wir sehr begrüßen“, so Ridderbusch. Auch 2015 sind ein Drittel der Bewerber weiblich.

Polizei Einsatzleitstelle

Die Einsatzleitstelle der Polizei: hier läuft die Notrufnummer 110 lippeweit auf. Auf dem Foto: Polizeioberkommissar Frank Krüger

Polizei-Einsätze haben „Saison“ - auch das erfuhren die CDU-Mitglieder während ihrer Führung. Ridderbusch: „Freitag- und Samstagnacht ist die Einsatzbelastung höher, als zu anderen Zeiten. Darum sind wir da auch am stärksten besetzt.“ Bei Bedarf bei Großlagen unterstützen sich die Wachbereiche oder sogar die angrenzenden Kreise gegenseitig. Auch Wachen wie Blomberg und Lage, die nicht mit einem Wachhabenden besetzt werden, sind mit einer Gegensprechanlage mit der Einsatzleitstelle in Detmold verbunden. Auch ein Not-Richter sowie die Staatsanwaltschaft sind in Rufbereitschaft. Die Frage eines CDU-Mitglieds, ob grenzübergreifende Abkommen im Falle einer notwendigen Täterverfolgung bestehen, konnte Ridderbusch rundherum bejahen. „Das geht sogar bis in das benachbarte Ausland im Osten und Westen“, so der Beamte.

Wohin „die Reise“ für einen in Lippe gefassten Täter zunächst geht, konnten sich die CDU Mitglieder an diesem Nachmittag nur in Teilen ansehen, da es gerade „zwei Zugänge“, so Ridderbusch, für das Polizeigewahrsam, dass sich im Erdgeschoss des Dienstgebäudes befindet, gegeben hatte. „Dies ist das modernste Polizeigewahrsam in ganz NRW“, erklärte Ridderbusch im Vorraum, in dem üblicherweise die Aufnahme der Personalien sowie die Durchsuchung stattfinden. Nach einem Brand war das Polizeigewahrsam in Detmold vor einigen Jahren auf den mordernsten Stand gebracht worden.

Nach diesem kurzen Einblick hatten die CDU Mitglieder zu guter Letzt noch Gelegenheit, „das Herzstück“ der Polizei, die Einsatzleitstelle, in der die Notrufnummer 110 aus ganz Lippe eingeht, zu besichtigen. Dienstgruppenleiter Klaus Fischer zeigte und erläuterte die vier Arbeitsplätze, deren wichtigstes Utensil der „Telefonhörer“ ist, der hier übrigens aufgrund der dauernden Benutzung auch Benutzer-eigen ist. Ein extra Ablage-Tisch mit Telefonhörern zeugt davon.

Die Einsatzleitstelle ist der Arbeitsplatz von sechs Dienstgruppenleitern und zwölf Einsatzbearbeitern, die die täglichen durchschnittlich ca. 120 Einsätze der Polizei Lippe auf vier großen Monitoren an jedem Arbeitsplatz nicht nur im Blick, sondern auch von Anfang bis Ende im Griff haben. Dienstgruppenleiter Fischer: „Wir vergeben die Einsätze und können anhand bestimmter Schlüsselzahlen sehen, wie der aktuelle Status ist“. Auch die Wache in Lemgo und Bad Salzuflen habe einen sogenannten Einsatzbearbeitertisch - wobei aber alle Fäden in Detmold zusammen laufen. Hier werden auch andere Behörden informiert, beispielsweise wenn ein Hubschrauber oder ein Spürhund, der Notdienst des Kreisjugendamtes oder Eil-Richter und Staatsanwalt angefordert werden müssen.  

Die für den Besuch der Kreispolizeibehörde angesetzten zwei Stunden vergingen wie im Flug, ja, es gab aufgrund der zahlreichen Fragen und des großen Interesses der Besucher sogar eine kleine Zeitüberziehung. CDU Detmold-Vorsitzender Friedrich Sundhoff erklärte zum Abschied: „Der CDU liegt die Unterstützung der Polizei sehr am Herzen. Wir bedanken uns für diese interessante Führung“.

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