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Podiumsdiskussion zum Thema "Flüchtlinge" bei der CDU Frauen Union Lippe
Vom: 12.02.2016

Leserbrief-Schreiberin Najla M.
über Grenzkontrollen und Gesprächsbedarf

„Muslima, weiblich, deutsch“. So charakterisiert sich Najla M., die Referentin auf der Kreisversammlung der CDU Frauen Union Lippe, kurz und knackig. M. ist Grundschullehrerin aus Bielefeld. Mit einem viel beachteten, in den sozialen Medien zig-fach geteilten Leserbrief zu den Vorkommnissen in der Silvesternacht in Köln und ihren Gedanken zur Flüchtlingspolitik hatte M. die Aufmerksamkeit der Medien erregt. Sie war zu Gast in mehreren TV-Sendungen. Auf Einladung der CDU Frauen Union referierte die Deutsch-Araberin am Mittwochabend vor rund sechzig Zuhörern über ihren eigenen Migrationshintergrund, die Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik und ihre Wünsche an Politik und Gesellschaft.

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Berichtete über ihren Migrationshintergrund und hielt einen Vortrag zum Thema „Flüchtlingspolitik“:
Referentin Najla M. (vorn). Im Hintergrund v.li. CDU Frauen Union Lippe-Vorsitzende Birgit Tornau und Zuschauerin Silke Kaiser, Einsatztrainerin beim Polizeipräsidium Bielefeld.

„Wir Kinder sind damals gut in der Mitte der Gesellschaft in Deutschland angekommen“, erinnert sich die in Minden geborene Najla M., deren Familie aus Tunesien als klassische Gast-Arbeiter in den 70er-Jahren nach Deutschland kam. Die heute viel diskutierte Forderung nach „Integration“, sei seinerzeit kein Thema gewesen. M: “Wir kamen wie viele Andere als Gastarbeiter für eine befristete Zeit. Uns hat niemand gesagt, wie Integration funktioniert. Es ist einfach geschehen“. Schließlich entschloss sich die Familie zum Bleiben und zur Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft, denn so M.: „ wenn man in einem Land lebt, möchte man auch teilhaben“.

Heute sieht sich M. als „Bürgerin aus der Mitte der Gesellschaft“, aber dennoch als „OWL-Pflanze mit arabischen Wurzeln“. Gerade aufgrund ihrer nordafrikanischen Abstammung hätten sie die Vorkommnisse der Silvesternacht tief erschüttert. „Am Sonntagvormittag, dem 10. Januar schrieb ich den Leserbrief“, erinnert sich M. Sie fordert darin unter anderem die sofortige Abschiebung der Täter, die Gewalt gegen Frauen verübten. Mit dem Medien-„Rummel“, der Interviews in Zeitungen und Auftritte im WDR-Fernsehen und bei „Stern TV“ nach sich zog, habe sie nicht gerechnet. Eine Reaktion aus Politik oder Verwaltung habe es bislang jedoch nicht gegeben. Die Einladung der CDU Frauen Union Lippe sei die erste Gesprächseinladung aus diesem Kreis.

Im Anschluss an den Vortrag von M. wurde anhand der zahlreichen Fragen deutlich, wie stark das Thema „Flüchtlingspolitik“ Menschen bewegt. CDU-Kreisvorsitzende Kerstin Vieregge erkundigte sich bei der Grundschullehrerin nach ihren Wünschen an die Politik für eine gelungene Integration. Dazu M., die als Lehrerin die Fächer Deutsch, Englisch und Sachkunde unterrichtet: „Die Menschen müssen die Sprache lernen. Wir müssen miteinander reden“.  Zur Frage nach den Vorstellungen von Flüchtlingen über ihr Leben in Deutschland erklärte die Referentin: „Viele Menschen in der arabischen Welt sehen sich als Verlierer. Für sie ist es schwierig, sich in einem Leistungssystem wie Deutschland zu orientieren. An den Grenzen sollte vehementer kontrolliert werden“.

Zur Lage aus Sicht einer Polizeibeamtin meldete sich Silke Kaiser, Einsatztrainerin beim Polizeipräsidium Bielefeld zu Wort. „Köln war keine einmalige Sache. Es gibt sehr viele Übergriffe und Schlägereien beispielsweise in der Zeltstadt in Bielefeld. Immer wieder werde ich von Bürgern gefragt, warum so viele männliche Flüchtlinge nach Deutschland kommen“, sagte Kaiser und thematisierte damit die Stellung der Frau in der arabischen Welt. „Hat sich etwas geändert nach dem arabischen Frühling“, hakte Kerstin Vieregge nach. Dazu die Referentin: „Keine arabische Mutter erzieht ihren Sohn zum Krawall-Raudi. Die Menschen, die so handeln, sind in ihrer Heimat bereits verwahrlost“.

Ein Zuschauer stellte zum Thema „wer darf was sagen“ eine Schlüsselfrage, die eine große Zahl Wortmeldungen nach sich zog: „Hat Frau M. einen solchen Erfolg mit ihren Aussagen haben, weil sie selbst einen Migrationshintergrund hat?“Dazu Kerstin Vieregge: „Die offene Kommunikationskultur hat in Deutschland unter dem Mantel der Geschichte gelitten“.

Kommunikation mit potentiellen Flüchtlingen müsse, so eine Forderung der CDU-Kreisvorsitzenden, bereits in den Heimatländern beginnen. „Letztes Jahr hat Deutschland eine Million Flüchtlinge aufgenommen. Das kann in den nächsten Jahren nicht so weiter gehen. Es muss deutlich kommuniziert werden, dass die Flüchtlingsaufnahme in Deutschland nur eine humanitäre Hilfe sein kann, aber kein Versprechen auf ein 5 Sterne-Hotel“.

Frauen Union Najla Meijri Diskussion

Dank an die Referentin Najla M (Mitte) von der CDU-Kreisvorsitzenden Kerstin Vieregge (li.)
und der CDU Frauen Union Lippe-Vorsitzenden Birgit Tornau (rechts).

 

 

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