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17. Neujahrsempfang der CDU Augustdorf
Vom: 24.01.2014

Europa – Lippe: ein Brückenschlag von Festredner Elmar Brok

Augustdorf. Der 17. Neujahrsempfang der CDU Augustdorf konnte mit hochkarätigen Festrednern aufwarten. Frank Salomon, langjähriger Vize und vor einigen Wochen in den Posten des CDU Gemeindeverbands-Vorsitzenden gewählt, konnte außerdem rund einhundert Besucher begrüßen.

Zum Programmauftakt sprach Augustdorfs Bürgermeister Dr. Andreas Wulf, mittlerweile seit zehn Jahren im Amt, über das, was die Kommunalpolitiker derzeit in Augustdorf bewegt. Ein wichtiges Thema für ländliche Räume ist das „schnelle Internet“. Die Daten-Schnellstraße soll noch in diesem Jahr für das Gewerbegebiet und die Jugendsiedlung Heidehaus e.V. zur Verfügung stehen. Außerdem ist die Bereitstellung von Wohn- und Industriebauplätzen in Augustdorf notwendig. Anders als andere ländliche Gemeinde habe Augustdorf, so Dr. Wulf, im ersten Halbjahr 2013 einen Bevölkerungszuwachs verzeichnet.

17. Neujahrsempfang der CDU Augustdorf
CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender Frank Salomon (re.)
dankt Festredner MdEP Elmar Brok (li.)

Ein teures Kind der Kommune ist – wie in vielen anderen Gemeinden – das öffentliche Freibad. Eine defekte Wasserleitung zwinge zu Investitionen im sechsstelligen Bereich. „Der Rat wird über die Zukunft des Bades entscheiden“, erklärte Dr. Wulf. Das Augustdorf-Spezialthema ist der örtliche Bundeswehrstandort und die Senne. „In diesem Jahr gibt es gleich zwei denkwürdige Daten: die dritte Reform in dieser Sache innerhalb von zehn Jahren und gleichzeitig 25 Jahre Nationalpark-Diskussion“, so Dr. Wulf. 2014 werde daher „spannend und fordernd“, schloss er seinen Vortrag.

CDU-Kreisvorsitzende Kerstin Vieregge schloss mit einem nicht minder spannenden und herausfordernden Thema an: die Hausärzte-Versorgung auf dem Land. Ein Mangel an Hausärzten auf dem Land zeichne sich bereits jetzt ab. Ausgehend von einer durchschnittlichen Ausbildungszeit von zehn Jahren „müssen wir jetzt handeln“, erklärte Vieregge und forderte: „Wir müssen die Landesregierung in die Pflicht nehmen“. Mangel an Ärzten auf der einen und 4,8 Bewerber pro Studienplatz, der mit einem Numerus Clausus von 0,8 belegt sei auf der anderen Seite– das passe nicht zusammen. Vieregge wünschte sich Stipendien für spätere Hausärzte, ein Hausarztzentrum unter der Federführung des Kreiskrankenhauses Lippe mit angestellten Ärzten, die tageweise in Hausarztpraxen Sprechstunden anbieten und für die ortsnahe Ausbildung eine medizinische Fakultät in Bielefeld. Als Finanzierungshilfe nannte Vieregge den Europäischen Strukturfond für die Förderung des ländlichen Raumes.

Walter Kern stand in seiner kurzen Rede ganz zu seinem selbst gewählten Motto „Mit Herz und Verstand für Lippe“. Kern: „Wir müssen beim Landesentwicklungsplan die Region Lippe im Auge behalten“.

Heinrich Zertik, neu in den Bundestag eingezogen und erster Rußlanddeutscher im Parlament stellte sich auf dem Neujahrsempfang vor. 1989 nach Deutschland gekommen, engagiert er sich seit dieser Zeit in der CDU.

Das Geistliche Wort zum Neujahrsempfang sprach Diakon Diether Wegener. Tief ergriffen und konzentriert lauschten die Gäste seinen Worten zum modernen, gehetzten Menschen. Wegener: „Wir haben viel weniger Zeit für Entscheidungen als früher“. Das hohe Tempo und der Zeitdruck führten dazu, dass die Menschen sich selbst verlieren. „Wir müssen nicht pausenlos etwas leisten. Wir dürfen auch mal einfach nur da sein“. Ein abschließender Griff in die Jackentasche und Wegener präsentierte das Metronom der heutigen Zeit: das Smartphone.

Der Hauptredner des Abends war Elmar Brok – angekündigt von Frank Salomon, der die Besucher darüber informierte, dass Brok jüngst die höchste zivile Auszeichnung Spaniens zu Teil wurde. Er wurde aufgrund seiner Verdienste um die Deutsch-Spanische-Freundschaft zum Großkomtur des Ordens von Isabella der Katholischen erhoben.

Elmar Brok widmete sich in seinem Vortrag seinem „Spezial-Thema“: Europa. In gewohnt interessanter Art, gut recherchiert und mit Zahlen unterlegt, dabei humorvoll aber mit deutlichen Worten sprach Brok über „Europapolitische Herausforderungen für das Jahr 2014“.

In seiner Rede spannte Brok einen Bogen von der Geschichte, beginnend mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der sich dieses Jahr zum 100. Mal jährt über den Fall der Berliner Mauer bis heute. Brok: „Verflixtes Europa? Gute alte Zeit? Das ist falsch. Wir leben heute in Europa besser als jemals zuvor – in größerer Wohlfahrt und größerer sozialer Sicherheit“. Daher müsse man Europa in der notwendigen Weise pflegen.

Am Beispiel der Finanzkrise 2008 führte Brok aus, dass es wichtig sei „Regeln zu schaffen auf europäischer Ebene. Nationale Gesetze greifen hier nicht“. Europa und die Europäische Union sei das Instrument dafür, eine solche Krise in Zukunft zu verhindern.

Starkes Europa. Schon jetzt werden in Europa 40 Millionen Euro, also ein Drittel des Haushalts für strukturschwache Gebiete ausgegeben. Die EU zahle 60 Prozent der Entwicklungshilfegelder weltweit und dazu den Menschen ihrer Mitgliedsstaaten 50 Prozent aller Sozialleistungen, die weltweit fließen.

Aber Europa werde von den Menschen – anders als ihr jeweiliges Heimatland – „immer noch nicht als Schicksalsgemeinschaft verstanden“. Heimat Europa ist für viele Menschen noch ein Fremdwort. Gründe mögen die unterschiedlichen Sprachen sein, die die Mobilität der Menschen in Europa erschweren. Korruption in Mitgliedsländern sei ebenfalls ein Hemmschuh für das Zusammenwachsen. „Es ist daher wichtig, dass auch Europa eine Rechtsgemeinschaft wird, wie wird sie in Deutschland gewohnt sind“, so Brok.

Dennoch sei Deutschland der größte Nutznießer Europas als exportorientierte Handelsmacht. Brok abschließend: „Der Europäische Binnenmarkt schafft auch Arbeitsplätze in Lippe“.

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