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CDU Detmold Referentenrunde zum Thema Infrastruktur
Vom: 07.05.2014

Bürger fragen – Experten antworten

Die Infrastruktur in Detmold, Verkehrswege in der Stadt, Parkmöglichkeiten, die Zukunft der Friedhöfe – zu diesen wichtigen Themen hatte der CDU-Stadtverband Detmold eine Expertenrunde mit städtischen Fachbereichsleitern einberufen. Die Öffentliche Veranstaltung im Detmolder Sudhaus stieß auf reges Interesse auch außerhalb der Politik. Zahlreiche Bürger hatten sich eingefunden, um sich von Thomas Lammering, dem Technischen Beigeordneten der Stadt Detmold sowie Uwe Rosemeier, dem Fachgebietsleiter Tiefbau und Johann Bergmann, dem Fachgebietsleiter Städtische Betriebe Detmold über die Zukunft der Infrastruktur und geplante Baumaßnahmen informieren zu lassen.

CDU Detmold Infrastruktur

Infrastruktur in Detmold war das Thema einer Diskussionsrunde, zu der die CDU Detmold eingeladen hatte. Hier CDU-Stadtverbandsvorsitzender Friedrich-Wilhelm Sundhoff (li.),
CDU-Fraktionsvorsitzender Jörg Thelaner (2.v.li.) und CDU-Bürgermeisterkandidat Marc Fasse (re.) mit  Thomas Lammering (3.v.li.), dem Technischen Beigeordneten der Stadt Detmold.

Friedrich-Wilhelm Sundhoff, Detmolds CDU-Vorsitzender, nannte in seiner Begrüßung als Beispiel für „Grünflächen in privater Patenschaft“ die aufgrund eines städtischen Sponsoring-Wettbewerbes in Berlebeck realisierte Kreisverkehrsfläche. Sundhoff: „Damit ist ein Anfang gesetzt“.

Thomas Lammering, CDU-Mitglied und Technischer Beigeordneter der Stadt, eröffnete die Informationsrunde mit einer aktuellen Information zu Baumaßnahmen in Bahnhofsbereich. Lammering: „Auf Antrag der CDU werden in 2015 am Bahnhof Detmold weitere 150 Stellplätze für E-Bikes und Pedelecs gebaut“. Der Bahnhof Detmold mitder Vernetzung von Bahn, Bus und Rad sei ein „zentraler Mobilitätspunkt“. Die neuen abschließbaren Stellplätze werden im ehemaligen Kioskbereich entstehen.

Weiterhin soll es im Bereich Bahnhof ein weiteres, so Lammering, „städtebauliches Plus“ geben: eine Unterquerung der Bahnanlage im Bereich des alten Gepäcktunnels in Richtung Kronenplatz sowie ein Parkhaus mit 150 für Bahnnutzer kostenlosen Park-+Ride-Parkplätzen. Aus Städtebauförderungsmitteln werden 90 Prozent Zuschuss zu den Baukosten erwartet. Planungsbeginn für diese Maßnahme ist ebenfalls 2015, erwarteter Baubeginn zwei Jahre später.

Ebenfalls vom Bahnhof ausgehend in Richtung Ärztehaus an der Paulinenstraße soll die Grünachse überplant und erneuert werden, um eine bessere Aufenthaltsqualität zu erreichen. Baubeginn 2015.

Zum Thema Parkhäuser in der Innenstadt an den Beispielen Lustgarten und am Hornschen Tor erklärte Lammering: „Sie sind in die Jahre gekommen. Wie lange können wir uns diese Parkhäuser noch leisten? Steht irgendwann ein Neubau an“? Fest geplant ist ein Parkhaus-Neubau im Bereich Klinikum Detmold, dem – so Lammering – „größten Arbeitgeber in der Detmolder Innenstadt“. Neben dem Finanzamt soll dies Parkhaus mit 504 Plätzen entstehen. Investitionssumme: 3,5 Millionen Euro, erwarteter Baubeginn ist 2016.

Uwe Rosemeier, Fachgebietsleiter Tiefbau, referierte im Anschluss detailliert über realisierte und weiterhin geplante Straßenbaumaßnahmen, wobei er als Auftakt dem Verkehrsentwicklungsplan für Detmold aus dem Jahr 1992 attestierte: „Das war zukunftsweisend und hat heute noch Gültigkeit“. Ein „unstrittiges Erfolgsmodell“ sei auch die Einführung des Stadtbus-Systems, das zu einer Entlastung im Innenstadtverkehr geführt habe.

Etabliert habe sich auch die Entscheidung zur flächendeckenden Verkehrsberuhigung in Wohngebieten statt eines „Schilderwaldes“. „Tempo 30 ist angekommen“, wertete Rosemeier. Damit sei ein „stadtverträglicher Verkehr in Wohngebieten“ gewährleistet.

Beim ruhenden Verkehr gehe Detmold erfolgreich den Weg der Parkraumbewirtschaftung. Dies sorge für die angestrebte Frequenz im Innenstadtbereich. Gleichwohl müsse beim Parken im öffentlichen Raum „nachgebessert“ werden im Bereich Parkhäuser, deren Ist-Zustand im Herbst des Jahres ermittelt werde. Außerdem sei die Einführung eines Parkleitsystems geplant.

Zum Thema „Hauptverkehrsstraßennetz“ gebe es ganz klar die politische  Maßvorgabe mit dem bestehenden Netz auszukommen. Rosemeier: „Es gilt die: Pflege statt Neubau“. Allerdings seien am Nordring, der von seinem früheren Status Kreisstraße zur Bundesstraße umgestuft wurde, zwei Neutrassierungen angedacht: im Westen Detmolds Richtung Lage, Jerxer Straße bis zur Lageschen Straße und im Osten am Ellernberg Richtung Schönemark. Am Beispiel Nordumgehung Lemgo, deren Stückelung nun im zweiten Anlauf „vom Tisch“ ist, zeige sich, so Rosemeier: „Lobbyarbeit lohnt sich“.

Das Fahrrad als Alternative zum Auto sieht Rosemeier als ein Zukunftsmodell. „Der Radverkehr heute mit seinen technischen Möglichkeiten wie E-Bikes und Pedelecs ist völlig anders aufgestellt als vor zehn Jahren. Unser bestehendes Radwegenetz kann das nicht auffangen“.  Bis 2020 soll daher ein Hauptradroutennetz weitestgehend realisiert werden.

Als Dritter referierte Johann Bergmann, Fachgebietsleiter Städtische Betriebe. Zunächst stellte er die Zuständigkeit seines Betriebes vor, der für Abfallwirtschaft, Grünflächenunterhaltung und –pflege, Stadtreinigung und Winterdienst sowie die städtischen Werkstätten verantwortlich zeichnet.

In seinen Bereich fällt ebenfalls das Friedhofswesen. Die steigende Mobilität der Bevölkerung und der Wandel in der Bestattungskultur fordern auch hier Anpassungen. Bergmann: „Die vierzig Hektar städtische Friedhofsfläche werden zukünftig nicht mehr in Gänze benötigt“. Es gäbe eine große Nachfrage nach pflegearmen Grabarten, die bislang auf zwei, zukünftig aber auf allen städtischen aktiven Friedhöfen angeboten würden. Zukünftig müsse es „gesteuerte Belegungen zur  Konzentration im Bestand“ geben und über den Erhalt von Friedhöfen mit Belegungszahlen von 0 bis 2 pro Jahr weiterhin nachgedacht werden.

Gleichwohl seien viele Friedhofsflächen aufgrund der geltenden Ruhefristen auf Jahrzehnte belegt. Bei der Friedhofsentwicklungsplanung seien neben der Wirtschaftlichkeit und des tatsächlichen Flächenbedarfs natürlich auch Kriterien „aus sozialer Sicht und Ortsteilsicht“ zu berücksichtigen. 

In der anschließenden regen Diskussion konzentrierten sich die Fragen an die Referenten vor allem auf mögliche verkehrsentlastende Maßnahmen in den Ortsteilen Heidenoldendorf, Hiddesen und Heiligenkirchen sowie die als „verpasste Chance“ gewertete Südumgehung. Kritik gab es auch an der Ampelschaltung in der Detmolder Innenstadt. Dazu Rosemeier klar: „Eine grüne Welle ist im Innenstadtbereich auf Grund der vielfältigen Funktionen nur schwer zu realisieren“.

Ein weiteres Thema am Rand war die Dichtheitssatzung, die von Thomas Lammering mit dem Hinweis auf Fristen für Wasserschutzgebiete erläutert wurde.  Lammering: „Die Fristen sind außerhalb von Wasserschutzgebieten ausgesetzt“. Ein Verzeichnis der Wasserschutzgebiete gibt es im Geodatenportal der Stadt Detmold unter www.detmold.de .

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