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29.05.2018

Wie aus Gleichstellung Gender wurde

In einem Vortrag am Freitag, 18.05., beleuchtete die Journalistin Birgit Kelle die Forderungen der Gender-Theorie, die traditionelle Gleichstellungs- und Frauenarbeit immer mehr an den Rand drängten. Dazu waren Mitglieder der Jungen Union aus ganz Ostwestfalen und Lippe im Son Vida in Detmold zusammengekommen.

Birgit Kelle hielt einen launigen Vortrag vor den Mitgliedern der Jungen Union Ostwestfalen-Lippe. Foto: Florian Hemann
Bereits am Nachmittag hatten sich die Nachwuchs-CDUler zu einem Workshop zusammengefunden bei dem es in einem Vortrag um die Entwicklung der Gleichstellung in Deutschland seit der Ära Adenauer ging. So hatte der Bundeskanzler auch nach Ernennung der ersten weiblichen Bundeskanzlerin das Kabinett zu den Sitzungen weiter mit „Morjen, meine Herren“ begrüßt. Anschließend wurden in Arbeitsgruppen Fragen der unterschiedlichen Bezahlung von Mann und Frau, einer geschlechtergerechten Verteilung öffentlicher Mittel („Gender Budgeting“) und den Herausforderungen für die Gleichstellung im Zeitalter der Digitalisierung bearbeitet.

Ab 19h sprach Birgit Kelle über die Entwicklung der Gleichstellungspolitik seit der UN-Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking. Nachdem unter dem Schlagwort Gender das Augenmerk auf die Benachteiligung von Frauen durch soziale Rollenvorstellungen und Erziehung gerichtet worden sei, wandelte sich die Bedeutung des Begriffes mehr und mehr. Heute sei die Kernthese der Gender-Theorie, dass Unterschiede zwischen Mann und Frau ausschließlich in sozialen Übereinkünften bestehen und „dekonstruiert“ werden müssten. Kelle kritisierte, dass tatsächliche Unterschiede, sei es in Biologie, Medizin oder auch nur Interessenlage durch Gender-Theoretiker verneint würde. Sie prangerte zudem an, dass man versuche, auch den Begriff der Diskriminierung umzudeuten: Das einzige Kriterium für Diskriminierung aus dem Gender-Blickwinkel sei, dass sich jemand benachteiligt fühle – was tatsächlich passiert sei, spiele keine Rolle. So seien auch die aberwitzigen Entwicklungen rund um Schreibweisen bei Geschlechtern zu erklären wie der Gender-Stern, der ohne Not, rechtschreibwidrig und unaussprechbar aus Studenten „Student*innen“ mache.  Kelle rief dazu auf, sich gegen diese Umformung der Sprache von oben – durch Politiker und Professoren – zur Wehr zu setzen.  Die Menschen sollten die Sprache als ihr demokratisches Eigentum betrachten und sich nicht von kleinen Interessengruppen Wörter und Denken vorschreiben lassen.