Bundestagsabgeordneter Cajus Caesar zollte der Blomberger CDU ebenfalls Respekt: „Blomberg ist im Aufwind“, erklärte er und betonte die notwendige Zusammenarbeit zwischen Kommune, Kreis, Land und Bund.
Als Mitglied des Haushaltsausschusses im Bundestag machte er deutlich, welche Gelder direkt aus Berlin in Blomberg angekommen seien. Zum einen nannte er den Zuschuss für Schloss Reelkirchen, zum anderen 40 Millionen Euro für die Hochschule OWL, die Übernahme der Grundsicherung seitens des Bundes, verbunden mit einer Entlastung für den Kreis Lippe in Höhe von 10 Millionen Euro sowie darüber hinaus Zuschüsse für außergewöhnliche Projekte vor Ort – „vom Saatgut bis hin zu Phoenix Contact“, so Caesar.
Landtagsabgeordneter Walter Kern setzte seiner Rede einen Satz voraus, der ebenfalls ein Lob für die CDU Blomberg ist und mit reichlich Applaus bedacht wurde: „Was innen nicht glänzt, kann außen nicht funkeln“. Gleichzeitig wagte er einen Ausblick auf die kommende Kommunalwahl, attestierte dem politischen Gegner SPD, er habe „Landesthemen katastrophal gemanagt“ und prophezeite der CDU Blomberg daher „weit mehr als einen Anstandssieg“.
Ein Höhepunkt des Tages war das Interview mit dem CDU-Bürgermeisterkandidaten Jörg Malzahn. Geführt wurde es von einem Parteikollegen aus Herten: Stefan Grave. Grave ist Kreisvorsitzender und Fraktionsvorsitzender der CDU Herten und von Beruf Verwaltungsangestellter/Bildungsreferent. Malzahn und Grave trafen sich auf einer überörtlichen CDU-Veranstaltung.
Als Auftakt gab Grave seine ganz persönliche Einschätzung zu Jörg Malzahn ab: „Ich schätze ihn als eine ‚ehrliche Haut‘. Jörg Malzahn ist jemand, der sich nicht verbiegen lässt und der sehr sachbezogen auf die Probleme einer Stadt eingeht“.
Mit Spannung verfolgten die Besucher die folgenden Fragen und Antworten:
Frage: Die Mehrheitsverhältnisse in Blomberg sind nicht gerade „vergnügungssteuerpflichtig“. Was motiviert dich als Bürgermeister zu kandidieren.
Malzahn: Ich bin Blomberger. Ich bin hier in den Kindergarten und zur Schule gegangen. Mein Elternhaus steht in Brüntrup. Seit zwölf Jahren wohne ich mit Frau und Kindern in Istrup. Mein Heimatort liegt mir am Herzen. Ich möchte als Bürgermeister Bewegung in die Blomberger Politik bringen und die Prioritäten anders gestalten.
Frage: Welche Prioritäten?
Malzahn: Meinen Fokus setze ich auf Familienpolitik. Blomberg hat in den letzten Jahren 2000 Einwohner verloren. Von 17.000 sank die Zahl auf 15.000. Vor allem der Wegzug aus den Dörfern muss gestoppt werden.
Frage: Den Wegzug stoppen, das ist ein gutes Ziel – aber wie soll das gehen?
Malzahn: Ich möchte Anreize für junge Familien mit Kindern und für Neubürger schaffen nach Blomberg zu kommen. Ich denke da an das Programm „Jung kauft Alt“, was eine gewisse finanzielle Grundsicherheit gibt. Darüber hinaus sind intakte Dorfgemeinschaften sehr wichtig.
Frage: Wie war die Reaktion deiner Familie auf die Bürgermeisterkandidatur?
Malzahn: Vor zwei Jahren kam die Frage von Thomas Spieker und Friedrich-Wilhelm Meier. Für mich war das eine Herausforderung. Meine Frau Ulrike und meine Eltern haben mich in diesem Vorhaben bestärkt. Der elterliche Rat ist mir auch heute noch wichtig, gerade deshalb, weil ich selbst auch in familiärer Verantwortung stehe.
Frage: Wenn du Bürgermeister wirst – was machst du in den berühmten ersten hundert Tagen?
Malzahn: Als erstes mache ich einen offenen und ehrlichen Kassensturz. Was ist möglich? Als zweites stelle ich die Weichen für eine familienfreundliche Politik. Als nächstes kommt das Kernstadtsanierungskonzept auf den Prüfstand. Sind wirklich alle Maßnahmen finanzierbar und notwendig?
„So manch ein Politiker hätte an dieser Stelle sicherlich viel mehr versprochen. Aber Ehrlichkeit, ohne unrealistische Versprechungen – das ist die neue Form von Politik“, kommentierte Grave.
Frage: Wirst du bei wichtigen Entscheidungen Bürgerbeteiligungen durchführen?
Malzahn: Ja. Ich denke an die Bürgerinitiativen gegen die Grundschulschließungen und finde: bevor man Entscheidungen fällt, muss man als Politiker das Stimmungsbild der Bürger hören. Erst beschließen und dann fragen, ob das okay ist – das ist der falsche Weg.
Frage: Birgt dieser Politik-Stil nicht ein hohes Risiko?
Malzahn: Ja. Aber ich finde, eine offene Kommunikation ist immer der bessere Weg.
Frage: Du bist nach deiner Ausbildung zum Verwaltungsfachwirt bei der Stadt Blomberg nun in der Stadtverwaltung Lemgo tätig und dort seit zwei Jahren Personalratsvorsitzender. Widerspricht Letzteres nicht einer Mitgliedschaft bei den Christdemokraten?
Malzahn: Man hat mich dort als Mensch gesehen und gewählt. Ich bin dafür da, die Interessen der Mitarbeiter zu hören und durchzusetzen. Das passt hervorragend zur CDU, denn sie ist auch ganz nah am Menschen.
Frage: Du kannst Menschen bei der Wahl genau so mitnehmen wie jetzt bereits in der Firma, der Stadtverwaltung. Wie wichtig ist das Team für dich auch nach gewonnener Wahl in Zukunft?
Malzahn: Ein starkes Team ist mir sehr wichtig aber ich werde Bürgermeister für alle Blombergerinnen und Blomberger sein.
Im Anschluss folgte die Vorstellung der Wahlkreiskandidaten. Alle waren an diesem Tag gekommen. Lediglich Rosi Kaminski und Marcel Schlepper, Vorsitzender der Jungen Union waren verhindert.
Ehrungen für langjährige Parteimitglieder
Im Anschluss an die Vorstellung des Bürgermeisterkandidaten wurden vier langjährige CDU-Mitglieder von Thomas Spieker und der Kreisvorsitzenden Kerstin Vieregge geehrt – einer von ihnen in Abwesenheit:
50 Jahre in der CDU ist Fritz Reineke, der mit seinem Sohn Bernd Reineke den Frühschoppen besuchte und sich wie die anderen Geehrten über Urkunde und Geschenk freute.
45 Jahre in der CDU ist Viktor Diemerling. Er nahm die Ehrung persönlich entgegen.
Jürgen Hansmann aus Wellentrup, ebenfalls 45 Jahre Parteimitglied, war an diesem Tag verhindert.
40 Jahre in der CDU ist Oskar Wnendt. Bekannt als „Mr Blomberg“ und Vorsitzender von Blomberg Marketing nutzte Wnendt die Gelegenheit die CDU zur Teilnahme am Nelkenfest-Korso zu bitten.
Mehr Infos unter www.cdu-blomberg.de und www.joergmalzahn.de.