Landestheater Detmold: Gutachten ist eine Grundlage für Gespräche, keine Entscheidung
Detmold, 6.10.26: Das Gutachten der METRUM Managementberatung zur Zukunft der Landestheater und Landesorchester in Nordrhein-Westfalen sorgt in Lippe für Diskussionen. Lars Brakhage ist Mitglied im Aufsichtsrat der Landestheater Detmold GmbH, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Verbandsversammlung des Landesverbandes Lippe und Landtagskandidat der CDU im Wahlkreis Lippe II – Herford III. Er ordnet das Gutachten ein:
„Zuerst ein Dank an das Land Nordrhein-Westfalen. Mit diesem Gutachten übernimmt das Land Verantwortung für seine Landestheater und Landesorchester. Es hat die Lage gründlich und ehrlich analysieren lassen und sucht gemeinsam mit allen Beteiligten nach tragfähigen Lösungen für eine nachhaltige Struktur. Das ist ein wichtiges Signal für Detmold, Lippe und ganz NRW.“
Das Gutachten stellt klar, dass die finanziellen Belastungen vor allem durch Tarifsteigerungen entstanden sind. Sie lassen sich laut Gutachten nicht allein durch Einsparungen beim Personal oder höhere Einnahmen auffangen. „Diese Feststellung ist wichtig. Sie zeigt, dass unser Landestheater nicht nur gut wirtschaftet, sondern auch ein attraktives und vielfältiges, künstlerische Programm bietet. Das Problem liegt im System, nicht im Haus“, so Brakhage. Das Gutachten bescheinigt dem Landestheater eine überdurchschnittliche Auslastung und eine breite Präsenz in ganz NRW. Auch wird deutlich, dass bereits engagierte Sparbemühungen unternommen worden sind.
Szenarien sind keine Beschlüsse
Brakhage tritt dem Eindruck entgegen, eine Fusion des Theaterorchesters mit der Nordwestdeutschen Philharmonie sei bereits geplant: „Die Gutachter trennen ausdrücklich zwischen Empfehlungen und Szenarien. Die Orchesterfusion ist ein Szenario. Sie soll den Raum der Möglichkeiten für die Diskussion aufzeigen und ist keine Empfehlung. Die Gutachter halten sie außerdem frühestens 2029 für umsetzbar und auch dann nur nach eingehenden Verhandlungen mit allen Trägern. Entschieden ist nichts.“
Auch die Zielzahlen für Gastspiele hält er für missverständlich dargestellt. Die genannte Untergrenze von 160 Veranstaltungen außerhalb Detmolds entspricht nach Angaben der Gutachter eher dem heutigen Stand. Eine verpflichtende Ausweitung des Angebots folgt daraus also nicht.
Kernempfehlung: Planungssicherheit
Die zentrale Empfehlung des Gutachtens sind gemeinsame Zielvereinbarungen zwischen Land, Kommunen und Theatern. Sie sollen allen Beteiligten mittelfristige Planungssicherheit geben. „Genau das brauchen wir: verlässliche, mehrjährige Absprachen statt jährlicher Verhandlungen. Das Gutachten liefert dafür die Grundlage“, betont Brakhage.
Gemeinsam mit allen Gesellschaftern
Die Gesellschafter des Landestheaters und das Theater werden sich in den kommenden Wochen gemeinsam mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft mit den Vorschlägen befassen. „Der Landesverband Lippe stellt dem Theater das Gebäude zur Verfügung und steht fest zum Landestheater. Auch als CDU-Fraktion in der Verbandsversammlung werden wir diesen Prozess konstruktiv begleiten, gemeinsam mit dem Land, dem Theater, dem Kreis Lippe, der Stadt Detmold, Paderborn und den Theaterfreunden“, so Brakhage. „Mein Ziel ist klar: ein starkes Landestheater Detmold mit allen vier Sparten, das auch in Zukunft verlässlich finanziert ist.“